Spvg Wesseling-Urfeld 19/46 e.V.

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Wesseling-Urfeld gewinnt das Derby in der Mittelrheinliga beim FC Hürth

FC Hürth — SpVg Wesseling-Urfeld 0:1 (0:0). Fassungslose Gesichter im Salus Park soweit sie Anhänger des FCH waren. Begriffe wie blutleer, emotionslos, keine Einstellung und Bereitschaft machten nach der Derby-Niederlage die Runde. Einige waren verzweifelt und befürchten, nun im Tabellenkeller der Fußball-Mittelrheinliga stecken zu bleiben.

Beim Sieger herrschte Freude pur, der Dreier wurde ausgiebig gefeiert. Die „Mentalitätsmonster” von Trainer Jupp Farkas hatten einmal mehr einen Charaktertest bestanden. Und das in Unterzahl im zweiten Durchgang. Daniel Farkas, der überraschend auflaufen konnte, holte sich zunächst bei einem taktischen Foul Gelb, ehe dann ein Handspiel zu Gelb-Rot führte.

Von Derby-Stimmung war unter den rund 300 Zuschauern nur wenig zu spüren, da beide Teams hinten die Null halten wollten. So gab es kaum Möglichkeiten. Die vielleicht schönste Kombination schloss Stefan Fiegen mit einer Doppelchance ab. Bei der SpVg verfehlte Burim Mehmeti mit einem Freistoß nur knapp das Tor.

In der zweiten Hälfte verloren die Gäste in der Abwehr den Zugriff und wankten mächtig. Die Platzherren schlugen Flanken, die freistehend nicht verwertet wurden. Entweder SpVg-Keeper Jörg Gräber war zur Stelle oder die Abschlüsse waren zu unpräzise. In welchem Dilemma die Hürther in punkto Spielglück stecken, wurde bei Patrick Friesdorf ersichtlich, dessen Ball vom Innenpfosten zurücksprang. „Heute hat das Herz gewonnen. Es gab kaum Unterschiede, abgesehen von einer Phase nach der Pause. Hochachtung vor der Truppe. Sie hat damit Grundstein für eine erfolgreiche Hinrunde gelegt”, betont der Farkas.

Sein Gegenüber war niedergeschlagen. Die Rückschläge der letzten Wochen haben ihre Spuren hinterlassen: „Wir wollten nicht wie in den letzten Wochen, direkt vorne pressen, sondern abwarten. Ich denke, das war gut. Zu Beginn der zweiten Hälfte haben wir dann fünf Hochprozentige liegengelassen. Wir müssen das nun schnellstens abhacken und es beim nächsten Spiel erneut versuchen.”

Nach einer Stunde wechselte Farkas den Matchwinner Dominik Leone ein, der später mit einer tollen Einzelaktion den Dreier eintütete. Beide haben am Sonntag heikle Aufgaben zu erfüllen. Wesseling-Urfeld erwartet den FC Hennef (15.15 Uhr), während der FCH bei Deutz 05 Farbe bekennen muss (15.30 Uhr).

Im Kurt-Bornhoff-Sportpark treffen zwei Mittelrheinligisten aufeinander, die Siege benötigen (15.15 Uhr). Die SpVg Frechen 20 verlor dreimal, Viktoria Arnoldsweiler gar fünfmal. Frechens Trainer Sven Demandt verweist darauf, dass die Ligaextrem ausgeglichen sei. Wichtig ist für ihn, den Schalter schnellstens umzulegen. Zuletzt stimmte die Einstellung seiner Kicker. Es fehlte dann aber in den entscheidenden Moment auch etwas das Glück.

Demandt rechnet mit einem verunsicherten Gegner, der alles daransetzen wird, um ein Erfolgserlebnis zu bekommen: „Sicher wird die Tagesform wichtig sein und ein bisschen Glück muss man auch mal haben. Das muss man sich allerdings verdienen.” Aus der Partie gegen Fortuna Köln haben die Zwanziger keine neuen Verletzten zu beklagen. Es kann sogar sein, dass zwei Akteure aus dem Krankenstand zurückkehren.

Autor: Kölner Stadt-Anzeiger / Hajo Pütz