Spvg Wesseling-Urfeld 19/46 e.V.

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FC Rheinsüd  – Spvg Wesseling Urfeld 5:3 (2:3)

Seitdem ich Jugendtrainer bin bei der Spvg Wesseling Urfeld habe ich so ein Spiel noch nie erlebt. Auf dem Papier ein echtes Hightlight…Rheinsüd gegen Wesseling Urfeld…der Zweite gegen den Dritten. Doch auf dem Spielfeld spielten 2 Teams, die fußballerisch sicherlich glänzen können, aber zum Fußball keine Einstellung haben. Fangen wir bei Rheinsüd an, die vor Jahren in der Mittelrheinliga spielten und nun zwischen Bezirksliga und Sonderstaffel hin und her bewegen. In der ersten Halbzeit präsentierten sie sich als effektive Umschalt-Mannschaft, die aus ihren drei Torchancen 2 Tore erzielten. Ansonsten hatte ich das Gefühl, dass wir gegen eine Mannschaft spielen, die ihr Tor versuchten zu vernageln und hofften, dass ihr robuster und torgefährlicher Stürmer hinter den Rücken unserer Abwehrspieler kam und für Tore sorgen sollte. Hinten waren sie anfällig und löchrig und insbesondere bei Standardsituationen schwach. Die erste Halbzeit meiner Mannschaft war defensiv sehr mäßig und besaßen ein schlechtes Stellungsspiel. Offensiv hingegen zeigten sie, ab und an, dass sie Bock hatten zu zocken. Die Moral stimmte zu Beginn, da wir zweimal ausgleichen konnten und sogar zur Halbzeit den Führungstreffer erzielten. Und Rheinsüd hätte sich nicht beschweren können, wenn wir unsere gefühlten Zehn 100% Torchancen genutzt hätten, doch sowohl im 1:1 versagten die Nerven, als auch mehrfache Torchancen aus 3 Metern (!!!!!) wurden nicht genutzt.

Was dann in der zweiten Halbzeit passierte war eine Respektlosigkeit gegenüber des Spiels „Fußballs“. Rheinsüd sammelte sich und stand mit zunehmender Spielzeit als Mannschaft auf dem Platz. Wesseling hingegen zeigte, dass „Ego-Individualisten“ lieber Tennis spielen sollten oder sich bei einer Thekenmannschaft anmelden sollten. Sie zeigten auch, dass mit zunehmender Spielzeit und einem unfitten Zustand, das Gehirn einiger Spieler einfach aussetzte und das wahre Gesicht der heutigen Jugend zeigt. Doch das Wichtigste beim Fußballspiel in der heutigen Zeit ist es ja sein eigenes Gesicht zu wahren. Zu zeigen, dass man als 17-19 Jähriger junger Spieler der gefährlichste Junge auf Erden ist. Höhepunkt des Spiels war dann die rote Karte, die von seitens der Bank der Rheinsüdler provoziert wurde nach ihrem Torerfolg. Anstatt sich zu freuen, waren es halbstarke, die einen Meter neben ihrem Trainer standen und trotz vorheriger Ansage „Die Bank ist ruhig“ noch ins Spielfeld rufen und provozierten. Meine Spieler nehme ich da auch nicht in Schutz, denn letztendlich hat der gut leitende Schiedsrichter Redwitz von Anfang an seine Linie präsentiert und kein Spielraum für disziplinloses Verhalten gegeben.  So konterte mein Spieler mit einem drohenden Satz und sah zu Recht die rote Karte.

Als Jugendtrainer und Spieler der ersten Mannschaft stimmt es mich traurig, zu sehen was aus dieser Jugend geworden ist, die angeblich Fußball spielen möchten. Der Fußballplatz wird nicht mehr genutzt um die Faszination des Balles mit anderen Menschen und für andere Menschen zu begeistern, sondern um ein starkes und gefährliches Ego-Auftreten zu präsentieren. Ihr versteht es einfach nicht Emotionen als Instrument zu nutzen um besser Fußball zu spielen und euch in eine Mannschaft zu integrieren.

Achja das Spiel ging 5 zu 3 verloren.

Glückwunsch an Rheinsüd, die sicherlich im Zweikampf mit Glesch Paffendorf um Platz 1 kämpfen werden.
Mit sportlichem Gruß
Quinito